Buchreview: “I Don’t Remember You”
Ich kann nicht länger warten. Gerade eben habe ich “I Don’t Remember You” von Stephanie Lennox zu Ende gelesen. Dieses Buch war alles andere als ein Fehlkauf oder eine Enttäuschung. In diesem kleinen Beitrag erzähle ich euch worum es darin geht und warum es sich lohnt es zu lesen – allerdings ist dieses Erstlingswerk bisher nur in Englisch erhältlich.
Kurzinhalt:
Jasmine Grant besucht eine neue Schule. Schon an ihrem ersten Tag wird sie als Lesbe geoutet und wird von ihren Mitschülern gemobbt. Doch dann trifft sie Becca, ein Mädchen vor dem jeder Respekt hat. Sie freunden sich an und im Grunde ist Jasmine seit Anbeginn ihrer Freundschaft ehrlich zu Becca und ja, sie fängt an etwas für ihre beste Freundin zu empfinden. Glücklicherweise verliebt sich auch Becca in Jasmine, doch damit nimmt die Story ihren Lauf, denn Becca erleidet einen schweren Unfall und verliert ihre Erinnerungen.
Die Geschichte beginnt damit, dass Becca Geburtstag hat und Jasmine ihr einen Mantel schenkt, der einst ihrer verstorbenen Mutter gehörte. Da Becca diesen Mantel so toll fand dachte Jasmine, es sei genau das richtige Geschenk für ihre Freundin, mit welcher sie zu diesem Zeitpunt schon 2 Jahre zusammen ist. Kurz nachdem Becca den Mantel erhalten hat und nach draußen auf die Straße geht, wird sie von einem Auto angefahren. Sie überlebt mit schweren Verletzungen, doch als Becca im Krankenhaus erwacht, erinnert sie sich an nichts mehr. Weder an Jasmine, noch an ihre Familie. Jasmine bricht zusammen und erleidet ein Heartbroken-Syndrom (wenn man vor Liebe und Kummer erkrankt). Sie wird ebenfalls in das Krankenhaus eingewiesen da die Gefahr besteht, sie könne sich etwas antun oder gar verweigern zu essen. Sie wird unter Drogen gesetzt, damit sie ruhig bleibt. Währenddessen liegt auch Becca noch im Krankenhaus und wird von ihrer Mutter Gina “aufgeklärt” wie gefährlich dieses Mädchen, Jasmine, doch sei. Beccas Bruder Harry könnte alles aufklären, er liebt Jasmine wie seine eigene Schwester, stattdessen bleibt er stumm und spielt dieses perfide Spiel mit. Er rät Jasmine sogar sich von seiner Schwester fernzuhalten.
Gina setzt alles daran ihre Tochter neu zu entwerfen. So wie Becca vorher war, rebellisch, eigensinnig, ungehorsam und auch noch “andersherum”, will sie ihre Tochter nie wieder erleben. Sie formt sie nach ihren Belieben, weil: Wer würde der eigenen Mutter nicht glauben was sie sagt?
Gina besucht Jasmine sogar, als diese noch im Krankenhaus liegt, die Person, die sie am meisten hasst, weil sie es war, die ihre Tochter umgedreht hat. Sie droht ihr und erzählt ein paar böse Geschichten, Dinge, die sie mit Harry schon angestellt hat. “Wenn ich so etwas mit meinem eigenen Sohn mache, was denkst du, werde ich mit dir tun?” Was damit wohl gemeint ist?
Sie hetzt die ganze Stadt (und vor allem die Kirchengemeinde, in welcher Gina – wenn ich das richtig verstanden habe – Pfarrerin ist) gegen Jasmine auf. Die Leute sollen Jasmine beobachten. Unter keinen Umständen darf sie zu Becca gelangen.
Als es Becca besser geht und sie entlassen wird, ist sie das Mädchen das Gina sich immer gewünscht hat. Sie trägt Kleider, geht mit ihr in die Kirche und gehorcht. Becca allerdings spürt die Leere in sich und sie weiß, dass ein wichtiger Teil in ihrem Leben fehlt, keiner jedoch erklärt sich dazu bereit sie aufzuklären. Alle erfreuen sich daran, dass Becca sich an nichts erinnert, während Jasmine vor Kummer leidet und die Liebe ihres Lebens verloren hat.
Die Wahrheit ist grausam und homophob.
Wird sich Becca wieder an alles erinnern?
Werden Becca und Jasmine wieder zueinander finden?
Wird dieses böses Spiel beendet werden?
Nein, ich kann es nicht verraten. Ich kann einfach nicht. Man ahnt nämlich nicht, was hinter alle dem steckt, bis man zu den letzten Seiten des Buches angelangt ist.
Meinung:
Es geht um Liebe und doch lässt die Autorin es nicht aus den Leser zu schockieren. Die Geschichte gewinnt durch Träume und Erinnerungen an Fülle und Sinn. So erfahren wir wie es zwischen Becca und Jasmine war. Wundersamerweise kommt man in dem Handlungsstrang nicht durcheinander. In einem Kapitel gibt es einen Traum oder eine Rückblende und im nächsten sind wir wieder in der Gegenwart. Alles scheint schlüssig und nachvollziehbar. Aber der Kern der ganzen Geschichte ist das Thema Homophobie. Wie sehr treibt der Hass jemanden dazu, das eigene Kind zu belügen und auszunutzen? Kann man einen Menschen in seiner Sexualität ändern?
Auf der anderen Seite verdeutlicht die Autorin, dass es egal ist was auch immer passieren mag, die Liebe ein starkes Band ist. Dieses Band zu zerschneiden ist, als würde man mit einer Bastelschere Stahl durchtrennen wollen.
“I Don’t Remember You” ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.
5/5 Sterne für dieses Erstlingswerk!
Noch kurz eingeworfen:
Ob es Becca und Jasmine wirklich gibt? Auf der Website von Stephanie Lennox gibt es Bilder mit der Überschrift “The Real Becca and Jasmine”. Becca gibt es wohl wirklich, aber der Entwurf dieser Geschichte…? Bei Gelegenheit sollte man die Autorin nochmal fragen.
Auf das Buch bin ich übrigens durch den Buchtrailer gekommen. Dort hingelangt bin ich durch Nicole Conn (Autorin und Produzentin von “Elena Undone”). Danke Nicole!
Infos:
Das Buch ist beispielsweise über Amazon.de erhältlich und kostet € 6,99. Es hat (nur) 228 Seiten – viel zu wenig. Ich hab es Dienstag bekommen und bin heute, Donnerstag, damit fertig geworden. Es liest sich gut und flüssig.
Ich kann es nur weiter empfehlen!
Trailer:
Links:
Ich hoffe mein Bericht war aufschlussreich! Dies ist im Übrigen ein Originalbericht aus meinem Hauptblog (Cici-Online.de).

