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Winterjacke?

Ich friere leicht und schnell, daher suchte ich DIE Jacke, bei der mir nichts etwas anhaben kann. Sehr früh morgens muss ich schon in der Eiseskälte stehen und warten, warten, warten… So, nun welche Jacke könnte passen? Ich brauchte unbedingt eine winddichte Jacke, die auch bei Regen hält und gleichzeitig kuschelig warm gibt.

Ich hatte erst überlegt mir eine Softshell-Jacke zu kaufen (wegen der winddichten Eigenschaft), aber ist mir darin auch warm? Der Kauf zog sich mindestens über 1 – 2 Monate hin und letztlich bezahlte ich € 159,95 für ein Wolfskin-Produkt. Ich dachte mir: Hey, Wolfskin steht für qualitative warme Jacken, da kann man nichts falsch machen. Als ich dann in der Produktbeschreibung las „Frauen-WINTERJACKE“ und „äußerst warmes Highloft-Fleecefutter“ und „Wattierung in den Ärmeln“ sowie „windabweisende Eigenschaft“ war ich überzeugt. Ich schrieb Wolfskin sogar an, beschrieb was ich suche und welche drei Jacken in Frage kämen in der Produktbeschreibung aber nicht eindeutig genug waren.

Die Antwort:
„…
die drei genannten Jacken sind im Hinblick auf die Wärmeleistung mehr oder weniger vergleichbar und sollten infolgedessen alle für Ihren Einsatzzweck geeignet sein. […].“

Spätestens jetzt wusste ich: Da kann nichts schief gehen.

Die Wärme:

Betrachtet man also das obige Bild, so könnte man meinen, dass ich es so richtig schön kuschelig warm habe. Die Wahrheit ist aber: Ganz im Gegenteil. Diese Jacke als „Winterjacke“ auszugeben, ist fast schon frech.

Bei ca. 15-20 Grad ist die Jacke angenehm und so warm, wie ich es mir im Winter wünschen würde. Alles was unter 10 Grad fällt, da muss man sich schon wärmer anziehen. Alles was unter 5 Grad und letzten Endes unter 0 Grad ist, geht mit der Jacke gar nicht. Hier muss nun schon eine Fleece-Jacke in der „Wolfskin“-Stärke 200 herhalten. Bei Fleece 100 kommt man über und kurz unter 0 Grad gerade noch(!) über die Runden.

Selbst das „kuschelige“ und warme Nanuk 300 am Rücken- und Oberkörperbereich gibt mir nicht so viel Wärme, dass ich nicht frieren würde. Dieses Nanuk 300 befindet sich auch in der Kapuze, die federleicht auf meinem Kopf hockt, aber warme Ohren bekommt man davon noch lange nicht.

Windabweisende Eigenschaft:

Ja… wer genau liest findet sich in einem Reise-Buchungskatalog wieder, wo es in etwa heißt, „nahe Strand“ oder „kinderfreundlich“, wo dann meistens üble Dinge und Verarschen hinterstecken. Aber wer hier genau liest erkennt beim längeren Überlegen: „Windabweisende EIGENSCHAFTEN“ dass es sich hier nicht um „winddicht“ handelt, lediglich um EIGENSCHAFTEN. Kommt ein kleines Lüftchen, zieht es nicht sofort durch die Jacke und man friert. Aber kommt ein Orkan, friert man sich den Arsch ab. Ein Griff ins Klo, was mein gewolltes „winddicht“ angeht.

Der Reisverschluss:

Ich hatte nun schon gelesen, bei anderen Produktbewertungen, dass es Probleme mit dem Reißverschluss gibt. Was sage ich dazu? Ja, das stimmt! Zu geht er häufig schwierig, sodass man nie weiß ‚halte ich den Reißverschluss nicht gerade genug? Ist es nicht richtig eingerastet?‘, aber wenn man die Jacke dann endlich zugeschlossen hat, muss man sie irgendwann wieder öffnen. Bis zum Anschlag geht es flüssig und schnell runter, aber AUF? Da kann man ziehen und reißen so viel man will, am Ende gibt es nur einen Trick: Mit der rechten Hand die rechte Seite des Reißverschluss runterziehen und jetzt bitte mit links die linke Seite versuchen runterzuziehen – leicht anheben. Geht?

Eilig die Jacke an- oder ausziehen kann man vergessen. Manchmal geht es, häufig aber nicht so fix.

Das Innenfutter und die Länge:

Das Innenfutter, insbesondere die Ärmel, sind fast schon hauchdünn. Da frage ich mich manchmal, ob ich eine Weste trage. Als Erstes friert man also immer an den Armen. Und ja, da friert ein normaler Mensch auch. Wo bleibt nur die Wattierung? Hier muss man „Wissen“ über Stoffe und deren Zusammensetzung haben: „Polyfieber Fill-Wattierung“, 80g/m²! Kapiert?  (Im Übrigen steht auf dem Schildchen, welches die Hersteller, hier Wolfskin, an die Jacken hängen, nur Grundsätzliches und eher weniger Detailliertes!)

Die Jacke ist vorne etwas weitgeschnitten, „fraulich“ und daher auch kaufentscheidend. Am Hintern ist sie eher kurz geraten, sodass man sich bei eisigem Wetter lieber nicht auf eine Bank setzt, denn die Jacke bietet keinen Untergrund und Schutz hierfür.

Regen:

Bei stärkerem Regen macht sich die wasserabweisende EIGENSCHAFT schon bemerkbar, es ist der Abperl-Effekt, aber nach 15 Minuten fühlt man auf der Schulter, dass es etwas feucht wird. Angeblich, so der Verkäufer aus der Sportarena, hat die Jacke eine Wassersäule von 2000. Gute Jacken aber 20.000 und/oder mehr. So gut kenne ich mich da nicht aus. 2000 ist jedenfalls relativ gering.

Für kurz und schnell mal durch den Regen laufen hält die Jacke durch. Aber länger im Regen stehen: Vergiss es!

Naja, wer die Produktbeschreibung auch hier wieder richtig gelesen hat, bemerkt, dass sie „leichtem SCHNEE“ nichts anhaben kann. Der Rest klärt sich von selbst….

Pluspunkt jedoch: Sie trocknet tatsächlich „schnell“.

Fazit:

„Minnesota“ von Wolfskin ist KEINE Winterjacke. Es handelt sich hier schlichtweg um eine Übergangsjacke! Die Jacke ist höchstens € 60,00 bis € 70,00 wert. Leider zahlt man bei solchen Jacken ja meistens schon € 100,00 für die Werbung/Namen.

Keine Kaufempfehlung für den Winter, wenn man nicht unbedingt und ständig Fleecejacken drunter tragen möchte. Zählt man die Preise für verschiedene Fleecejacken dazu, kostet diese „Winterjacke“ über € 200,00. Und das ist sie schon dreimal nicht wert.

Bewertung:
1/5, Note 6 in der Kategorie „Winterjacke“.

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Kategorien:Allgemein
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