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Archive for the ‘Bücher’ Category

Alison Grey: Zwei Seiten – Kurzbeschreibung

zweiseitencoverViele Menschen sind auf der Suche nach sich selbst und fragen sich: Wer bin ich? Wo will ich hin? Ist das das Leben, das ich führen will?

In Alison Greys Buch „Zwei Seiten“ geht es im Wesentlichen um das Thema „Selbstbetrug“ und „Selbstfindung“.
Die Hauptprotagonistin Scarlett Winter wird als junges Mädchen durch ihr Elternhaus geprägt. Dort lernt sie, insbesondere von ihrem Vater, dass es Männer und Frauen gibt, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. Und das ist eine Abscheulichkeit. Es ist falsch. Mit diesem Wissen wächst die junge Scarlett auf und bildet ihre „eigene“ Meinung zu dem Thema.

Ihre Beziehungen laufen allesamt nicht gut und sie beschreibt sich nicht unbedingt als glücklich. Sie geht eine Beziehung mit Oliver ein, welcher eine Schwester hat, die ausgerechnet lesbisch ist. Scarlett fühlt sich schon zu Beginn bedroht von Julias Anwesenheit, hat jedoch Mitleid, weil Julia immerhin krank ist.

Es beginnt die typische Geschichte einer homophoben Einstellung, aber Julia ist schlagfertig. Scarlett lernt Julia jedoch besser kennen und baut im Verlauf der Geschichte nach und nach ihre Vorurteile gegenüber Homosexuellen ab, zunächst aber nur was Julia betrifft und beginnt plötzlich auch ihr eigenes Ich näher zu betrachten. Immer wieder liest man den Satz „Was ist nur los mit mir?“
Julia bringt Scarletts ganzes Homoweltbild komplett durcheinander.

Scarlett fühlt sich immer mehr zu Julia hingezogen und steht einem Kampf gegen ihre „eigenen?“ Überzeugung und Wertvorstellung gegenüber. Und auch Julia hat es nicht leicht, immerhin ist Scarlett mit ihrem Bruder zusammen. Darf sie sich in Scarlett verlieben? …Aber wie endet die Geschichte?

Fazit

Die Leserinnen meines Blogs wissen, dass ich gerne alles bis ins kleinste Detail auseinandernehme, aber in diesem Fall muss ich unbedingt empfehlen das Buch zu kaufen! Die 363 Seiten schienen mir viel zu kurz, weil ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Ich war, glaube ich, selten so gefesselt von einer Geschichte, wie von dieser. Ich hab in jeder freien Minute gelesen und wenn ich es weglegen wollte, hab ich es sogleich wieder genommen und doch weitergelesen.

Der Schreibstil gefällt mir, er erinnert mich an meinen eigenen, wenn ich „Geschichten“ schreibe. Die Autorin bringt die Dinge auf den Punkt und schreibt nicht erst 20 Seiten darüber wie die Blätter im Wind rascheln o. ä. Auch weiß die Autorin, wie man Spannung aufbaut und hält, wobei mich das in den Wahnsinn getrieben hat. Hut ab vor dieser Ausdauer. Da kann ich noch einiges lernen. Die homophobe Art und Weise finde ich sehr gut dargestellt, wenn man auch meint, dass das etwas drastisch sei oder gar unrealistisch. Das finde ich nicht. Das Buch sollten auch diejenigen lesen, die tatsächlich meinen, dass Homosexualität krank ist und die Menschen die das ausleben „krank“ sind und ja schließlich etwas gegen diese Krankheit tun könnten.

Die € 12,90, die das Buch kostet, sind seeeeehr gut angelegt.

„Richtig verbunden“ ist ebenfalls ein Roman von ihr. Leider etwas kürzer die Geschichte. Ich glaube knapp 100 Seiten hatte es. War auch gut, aber „Zwei Seiten“ war um Längen besser!

Ich hoffe Grey schreibt noch mehr! Zumindest gibt es die Möglichkeit IHR zu schreiben: Alison-Grey[at]web.de.

Hier die Seite des Verlags über die Autorin: Ylva Verlag

Kategorien:Bücher, Frauensache

Buchreview: “I Don’t Remember You”

idontrememberyouIch kann nicht länger warten. Gerade eben habe ich „I Don’t Remember You“ von Stephanie Lennox zu Ende gelesen. Dieses Buch war alles andere als ein Fehlkauf oder eine Enttäuschung. In diesem kleinen Beitrag erzähle ich euch worum es darin geht und warum es sich lohnt es zu lesen – allerdings ist dieses Erstlingswerk bisher nur in Englisch erhältlich.

Kurzinhalt:
Jasmine Grant besucht eine neue Schule. Schon an ihrem ersten Tag wird sie als Lesbe geoutet und wird von ihren Mitschülern gemobbt. Doch dann trifft sie Becca, ein Mädchen vor dem jeder Respekt hat. Sie freunden sich an und im Grunde ist Jasmine seit Anbeginn ihrer Freundschaft ehrlich zu Becca und ja, sie fängt an etwas für ihre beste Freundin zu empfinden. Glücklicherweise verliebt sich auch Becca in Jasmine, doch damit nimmt die Story ihren Lauf, denn Becca erleidet einen schweren Unfall und verliert ihre Erinnerungen.

Die Geschichte beginnt damit, dass Becca Geburtstag hat und Jasmine ihr einen Mantel schenkt, der einst ihrer verstorbenen Mutter gehörte. Da Becca diesen Mantel so toll fand dachte Jasmine, es sei genau das richtige Geschenk für ihre Freundin, mit welcher sie zu diesem Zeitpunt schon 2 Jahre zusammen ist. Kurz nachdem Becca den Mantel erhalten hat und nach draußen auf die Straße geht, wird sie von einem Auto angefahren. Sie überlebt mit schweren Verletzungen, doch als Becca im Krankenhaus erwacht, erinnert sie sich an nichts mehr. Weder an Jasmine, noch an ihre Familie. Jasmine bricht zusammen und erleidet ein Heartbroken-Syndrom (wenn man vor Liebe und Kummer erkrankt). Sie wird ebenfalls in das Krankenhaus eingewiesen da die Gefahr besteht, sie könne sich etwas antun oder gar verweigern zu essen. Sie wird unter Drogen gesetzt, damit sie ruhig bleibt. Währenddessen liegt auch Becca noch im Krankenhaus und wird von ihrer Mutter Gina „aufgeklärt“ wie gefährlich dieses Mädchen, Jasmine, doch sei. Beccas Bruder Harry könnte alles aufklären, er liebt Jasmine wie seine eigene Schwester, stattdessen bleibt er stumm und spielt dieses perfide Spiel mit. Er rät Jasmine sogar sich von seiner Schwester fernzuhalten.

Gina setzt alles daran ihre Tochter neu zu entwerfen. So wie Becca vorher war, rebellisch, eigensinnig, ungehorsam und auch noch „andersherum“, will sie ihre Tochter nie wieder erleben. Sie formt sie nach ihren Belieben, weil: Wer würde der eigenen Mutter nicht glauben was sie sagt?
Gina besucht Jasmine sogar, als diese noch im Krankenhaus liegt, die Person, die sie am meisten hasst, weil sie es war, die ihre Tochter umgedreht hat. Sie droht ihr und erzählt ein paar böse Geschichten, Dinge, die sie mit Harry schon angestellt hat. „Wenn ich so etwas mit meinem eigenen Sohn mache, was denkst du, werde ich mit dir tun?“ Was damit wohl gemeint ist?
Sie hetzt die ganze Stadt (und vor allem die Kirchengemeinde, in welcher Gina – wenn ich das richtig verstanden habe – Pfarrerin ist) gegen Jasmine auf. Die Leute sollen Jasmine beobachten. Unter keinen Umständen darf sie zu Becca gelangen.

Als es Becca besser geht und sie entlassen wird, ist sie das Mädchen das Gina sich immer gewünscht hat. Sie trägt Kleider, geht mit ihr in die Kirche und gehorcht. Becca allerdings spürt die Leere in sich und sie weiß, dass ein wichtiger Teil in ihrem Leben fehlt, keiner jedoch erklärt sich dazu bereit sie aufzuklären. Alle erfreuen sich daran, dass Becca sich an nichts erinnert, während Jasmine vor Kummer leidet und die Liebe ihres Lebens verloren hat.

Die Wahrheit ist grausam und homophob.

Wird sich Becca wieder an alles erinnern?
Werden Becca und Jasmine wieder zueinander finden?
Wird dieses böses Spiel beendet werden?

Nein, ich kann es nicht verraten. Ich kann einfach nicht. Man ahnt nämlich nicht, was hinter alle dem steckt, bis man zu den letzten Seiten des Buches angelangt ist.

Meinung:

Es geht um Liebe und doch lässt die Autorin es nicht aus den Leser zu schockieren. Die Geschichte gewinnt durch Träume und Erinnerungen an Fülle und Sinn. So erfahren wir wie es zwischen Becca und Jasmine war. Wundersamerweise kommt man in dem Handlungsstrang nicht durcheinander. In einem Kapitel gibt es einen Traum oder eine Rückblende und im nächsten sind wir wieder in der Gegenwart. Alles scheint schlüssig und nachvollziehbar. Aber der Kern der ganzen Geschichte ist das Thema Homophobie. Wie sehr treibt der Hass jemanden dazu, das eigene Kind zu belügen und auszunutzen? Kann man einen Menschen in seiner Sexualität ändern?
Auf der anderen Seite verdeutlicht die Autorin, dass es egal ist was auch immer passieren mag, die Liebe ein starkes Band ist. Dieses Band zu zerschneiden ist, als würde man mit einer Bastelschere Stahl durchtrennen wollen.

„I Don’t Remember You“ ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.
5/5 Sterne für dieses Erstlingswerk!

Noch kurz eingeworfen:

Ob es Becca und Jasmine wirklich gibt? Auf der Website von Stephanie Lennox gibt es Bilder mit der Überschrift „The Real Becca and Jasmine“. Becca gibt es wohl wirklich, aber der Entwurf dieser Geschichte…? Bei Gelegenheit sollte man die Autorin nochmal fragen.

Auf das Buch bin ich übrigens durch den Buchtrailer gekommen. Dort hingelangt bin ich durch Nicole Conn (Autorin und Produzentin von „Elena Undone“). Danke Nicole!

Infos:

Das Buch ist beispielsweise über Amazon.de erhältlich und kostet € 6,99. Es hat (nur) 228 Seiten – viel zu wenig. Ich hab es Dienstag bekommen und bin heute, Donnerstag, damit fertig geworden. Es liest sich gut und flüssig.

Ich kann es nur weiter empfehlen!

Trailer:

Hier klicken!

Links:

Stephanie Lennox

Ich hoffe mein Bericht war aufschlussreich! Dies ist im Übrigen ein Originalbericht aus meinem Hauptblog (Cici-Online.de).

Kategorien:Bücher, Frauensache

Wie im Himmel, so auf Erden…Amen!

Mein Bericht erzählt heute von einer Geschichte über den Tod und den Himmel. Eine Vergewaltigung, Ermordung und meine Kritik an dem Buch „In meinem Himmel“ von Alice Sebold. Durch Empfehlungen von allen Seiten: „Das Buch ist so ergreifend, so toll geschrieben!“ Oder: „Ich habe es verschlungen, ein einfühlsames Buch über eine Tote die ihre Geschichte vom Himmel aus erzählt.“ Und: „Dieses Buch brachte mich dazu, die ganze Nacht darüber nachzudenken und ich konnte nicht schlafen!“ Ich dachte mir, wenn dieses Buch SO gut sein soll und schließlich noch ein Bestseller ist, kann es ja nur gut sein und der Kauf ist sicher kein Reinfall…

Die Autorin
Sebold studierte an der Syracuse Universität. Sie lebte in Manhattan, Kalifornien und arbeitete u. a. für die New York Times und den Chicago Tribune.
Vor dem Buch „In meinem Himmel“ (OT: Lovely Bones), schrieb sie „Glück gehabt“ (OT: Lucky). Mit „In meinem Himmel“ feierte sie ihr Debüt als Romanautorin und ist als „Internationaler Bestseller“ lange auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerlisten gewesen. Man bezeichnet dieses Buch als ihr Meisterwerk und wird von Kritikern und Lesern hoch gelobt…. ….allerdings nicht von mir.

Kurzinhalt
„Mein Nachname war Salmon, also Lachs, wie der Fisch; Vorname Susie. Ich war vierzehn, als ich am 6. Dezember 1973 ermordet wurde.“ Es geht also um Susie Salmon, die am 6. Dezember 1973 brutal vergewaltigt und anschließend ermordet wurde. Ihre Familie, der kleine Buckley, ihre Schwester Lindsey, ihre Mutter und ihr Vater sind über diese schreckliche Tat total entsetzt, wollen lange Zeit nicht wahrhaben dass ihre Tochter tot ist, da eine Leiche nie gefunden wurde. Lediglich ein Ellenbogen tauchte auf. Len Fenerman, der die Ermittlung leitet gibt die Suche nach der Verschwunden und mit Sicherheit getöteten Susie allerdings nicht auf und auch Mr. Salmon gibt diese Sache nicht auf, da er ahnt wer seine Tochter auf dem Gewissen hat, während seine Familie Stück für Stück auseinander bricht. Es geht um den Umgang von Trauer, Verlust, Schmerz und halt darum, wie eine Familie dadurch auseinander bricht. Hier erfährt man die uneingeschränkte Liebe eines Vaters und was sich alles im Leben verändern kann, wenn jemand stirbt….

Inhalt
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. (hier nicht unbedingt weiter lesen, da es eine ausführlichere Inhaltsangabe ist und einiges verraten wird…):

Als Susie ermordet wurde, brach für die Familie Salmon eine Welt zusammen. Was sie nicht wissen ist, dass Susie sie von ihrem Himmel aus beobachtet und immer noch bei ihnen ist. Sie begleitet ihre Familie zu jedem Anlass und lässt sie kaum aus den Augen. Sie beobachtet auch ihren Mörder Mr. Harvey, wie er ihre zerhakten Körperteile entsorgt, was für ein Leben er führt und wie er es schafft, trotz der Verdächtigungen des Vaters nicht gefasst zu werden. Susie möchte gern eingreifen, ihren Mord aufdecken und Mr. Harvey zur Strecke bringen, doch dies übernimmt bereits Mr. Salmon, der Mr. Harvey von den Tag an, als er spürte dass sein Nachbar der Mörder seiner Tochter ist, beobachtet. Die Polizei nimmt Jack Salmon allerdings nicht wirklich ernst, denn sie haben Mr. Harvey gesprochen und dieser erweist sich in jeder Hinsicht als ein netter Kerl von Nebenan. Susies Mutter kommt mit dem Verlust und der „Spinnerei“ ihres Mannes, der Tag ein Tag aus behauptet Mr. Harvey hätte Susie umgebracht nicht mehr klar, und isoliert sich Zunehmens. Buckley, der gerade erst fünf ist, wird von seinem Vater als eine Art „Susie-Ersatz“ gebraucht. Dieser fängt an, eine tiefe Beziehung zu seinem Vater zu entwickeln. Lindsey, die nur etwas jünger als Susie war, isoliert sich wie ihre Mutter vor dem Schmerz des Verlustes. Sie möchte für ihre Familie stark sein und zeigt keinen Funken Trauer vor anderen Leuten. Sie verabscheut ihr Gesicht, welches Susies gleicht, da sie immer an ihre tote Schwester erinnert wird. Mr. Salmon allerdings lebt seinen Schmerz in seinem Arbeitszimmer aus. In seinem Notizbuch schreibt er seine Gedanken auf und oft spricht er auch zu Susie, da er glaubt dass sie ihn hören kann. Dann gibt es da noch Ray, der Junge der total in Susie verschossen war und Ruth, die Susie gespürt hat, als diese ihren Körper verließ und in den Himmel aufstieg. Seither interessiert sich Ruth für das Übernatürliche und möchte Susies Mord ebenfalls aufklären. Ruth freundet sich später noch mit Ray an… Von ihrem Himmel aus redet sie mit ihrer Familie, doch die hören sie selbstverständlich nicht. Susie beschreibt ihren Himmel als gleichwertig zu der Erde. Dort sieht vieles aus, wie auf der Erde. Man wünscht sich etwas und es ist da. Aus ihren Pavillon, wo sich sich oft zurückzieht um ihre Familie zu beobachten, kann sie alles sehen was außerhalb des Himmels passiert. Im Himmel trifft sie noch andere in ihrem Alter und eine Frau die Susie und die anderen betreut. Später kommt heraus, dass Mr. Harvey noch andere Frauen und Mädchen umgebracht hat und die Polizei beginnt endlich ihn zu suchen, leider ist der gute Mann bereits verschwunden, da ihn Lindseys Einbruch einen guten Grund dafür gab. Diese hat nämlich einige seiner Notizen gefunden, auch die, in der Mr. Harvey (der für sein Leben gern Puppenhäuser baut) sein neues Bauprojekt skizziert hat – auf dem Maisfeld wo Susie umgebracht wurde. Dort baute er für sie nämlich eine kleine Höhle, wo er sie einschließ und unterirdisch umbrachte. Diesen Beweis konnte Harvey allerdings gut erklären und die Polizei ließ ihn in Ruhe – dennoch wusste er, er würde bald von der Polizei gesucht werden und verschwand.
Nicht ganz blieb er weg, er kam an den Ort des Verbrechens zurück – Jahre später und beobachtete Lindsey.
In der Zeit beendete Lindsey die Schule, das College und heiratete ihre Jugendliebe Samuel. Ruth und Ray sind zu dieser Zeit noch immer gut befreundet. Jeder entwickelte sich für sich selbst in verschiedene Richtungen… Der Mord an Susie wurde nie richtig aufgeklärt und Mr. Harvey – tja wurde er gefunden? Nachdem Mrs. Salmon 8 Jahre lang vor ihrem Schmerz geflüchtet ist, ihren Mann verließ, kam sie endlich wieder nach Hause, aber erst nachdem Jack Salmon einen Herzanfall hatte.

Die Familie hat sich wieder zusammen gerauft und jeder scheint den Tod ihrer Tochter und Schwester endlich verdaut zu haben, auch, wenn Mr. Harvey vielleicht nie geschnappt wurde. Wenn ihr das gern wissen möchtet, liest das Buch, aber ihr würdet enttäuscht sein. Jeder bekommt seine gerechte Strafe, aber bei Mr. Harvey…? Aber weil diese Frage vielleicht offen bleibt, braucht man dieses Buch trotzdem nicht kaufen… 😉

Meinung und Kritik
Noch mehr sei über dieses Buch nicht zu verraten, da sich jeder selbst ein Bild drüber machen sollte. Besonders für die Leute, die nur den Kurzinhalt wissen wollten…Ich möchte nur soviel dazu sagen:
Für mich kommt diese Geschichte ziemlich unglaubwürdig rüber. Was den meisten Lesern nicht stört ist die Tatsache (…..VORSICHT hier wird ein wichtiger Teil des Buches verraten, die aber mein End-Fazit zum Buch aussagekräftiger macht…..), dass Susie fast am Ende des Buches in Ruths Körper wandert um – nein, nicht ihren Mord aufzuklären und zu sagen wo Mr. Harvey sie vergraben hat – mit Ray zu schlafen, den auch sie mit 14 so geliebt hat. So schläft Ray mit Ruth, die eigentlich Susie ist. Nachdem Sex verlässt sie Ruths Körper und ist wieder in ihrem Himmel. Seitdem wird Ruth als „Körper der Toten“ benutzt. Alice Sebold wurde selbst vergewaltigt und schreibt sich mit dem Buch „In meinem Himmel“ alles von der Seele. Daher erscheint es mir umso unglaubwürdiger, dass ein Mädchen, dass nach einer VERGEWALTIGUNG umgebracht wurde, mit jemanden schlafen will, dass dies hier ihr einziger Gedanken ist – sogar ihre Familie wurde hinten angestellt, die sie doch so lange aus dem Himmel beobachtet hatte.(ENDE)

Ziemlich störend zu lesen waren die 1000 Nebensätze der Autorin, welche sich manchmal fast über eine halbe Seite erstrecken konnten. Wörter wie „obgleich“ die ebenfalls ziemlich oft im Buch auftauchen, verleitet den Leser dazu sich zu ärgern. Der Schreibstil hat mich ziemlich verärgert und ich hatte wenig Lust das Buch überhaupt zu Ende zu lesen. Vielleicht liegt es aber auch an einer schlechten Übersetzung seitens Almuth Carstens, der es vielleicht zu genau mit dem Wort „obgleich“ meinte. Beispiel: „Obgleich Buckley schon bescheid wusste“ … Stellt euch vor, ihr liest dieses Buch und auf einer Seite bemerkt ihr zwei Mal einen Satz mit „obgleich“.

End-Fazit
Von vielen hoch gelobt, von mir in der Luft zerrissen. Ich teile die Meinung der Leser nicht, die dieses Buch toll fanden und kann auch nicht verstehen, was für einen tieferen Sinn sie in der Geschichte sahen. Ja, es geht um den Umgang mit Trauer, wie eine Familie durch den Tod eines Mitgliedes auseinander reißt…aber was bringt es, wenn die Story so schlecht umgesetzt wurde? Man hätte mehr daraus machen können, viel mehr. Die Story war überhaupt nicht ergreifend, da Frau Sebold mit ihrem Schreibstil so manches was hätte ergreifend sein kann, zur Nichte gemacht hat. Es mag sein, dass es einen Himmel gibt, aber wenn dieser der Erde gleicht, weiß ich nicht was für eine Erlösung der Himmel darstellen soll. Für jeden sieht der Himmel anders aus, so vielleicht auch für mich, aber die Beschreibung der Autorin war für mich störend.

Das Buch hat keine Spannung geboten und das Ende war für mich ziemlich unverständlich. Erst macht die Autorin so ein Drama um Susies Tod und am Ende tun alle so, als wäre nie etwas gewesen. Viele die diesen Bericht gelesen haben, teilen meine Meinung nicht. Ich habe allerdings erläutert, warum ich dieses Buch nicht empfehlen kann. Es hat nur meine Zeit verschwendet und ich habe beide Versionen (die englische „Lovely Bones“ und die deutsche verkauft).

Ich lese gern Krimis/Thriller (z. B. MHC Bücher) die anspruchsvoll sind, wo ich nachdenken muss, aber „In meinem Himmel“ ist alles andere als anspruchsvoll. Nachdenken – gut – musste ich doch schon viel, da mich lange Nebensätze irritiert haben und ich am Ende nicht wusste worauf die Autorin aus war und dieses Problem hatte ich bisher noch bei keinem Buch.

Bestseller heißt nicht immer, dass das Buch gut ist. Es kann auch einfach nur heißen, dass es viele gekauft haben, weil es hoch gelobt wurde, diese dann aber letzten Endes trotzdem enttäuscht waren… so wie ich.

Kategorien:Bücher

Lauf, Jane, lauf… Na los!

08/08/2006 3 Kommentare

Wann habe ich angefangen, Bücher zu lesen? Wann habe ich meine Liebe für Krimis entdeckt? Mary Higgins Clark hält mich bei der Stange, ich liebe ihre Bücher, besonders „Schrei in der Nacht“. Aber fing mein Drang zum Lesen auch mit ihr an? Nein, es fing mit dem Buch Lauf, Jane, lauf! an.

Man stellt sich vor, man verliert das Gedächnis. Plötzlich hast du einen Ehemann, angeblich eine Tochter und hast viel Geld! Toll? Hey, niemand hat auf einmal Geld!! Und wäre da nicht Michael Whittaker ein netter lieber Mann und Kinderchirurg. Vor sowas und vor Künstler die zufällig Erich Krueger heißen, muss man sich immer besonders in Acht nehmen. Mit diesen Bericht erzähle ich gaaaanz oberflächlich von einer tollen spannende Geschichte:

___Kurzinhalt___

Eine Frau geht zum Einkaufen und weiß nicht mehr wer sie ist? Ja, so ergeht es Jane Whittaker die sich auf den Straßen Bostons wieder findet. In ihrem Mantel 10.000 Dollar, ihr blaues Kleid blutbefleckt.
Vorübergehend geht sie in ein Hotel, schließlich hat sie ja Geld auch wenn sie nicht weiß, woher es stammt. Ihr schießen viele Gedanken durch den Kopf was das Geld betrifft, vielleicht hat sie eine Bank ausgeraubt? Das Blut auf ihrem Kleid könnte daher kommen weil sie vielleicht jemanden getötet hat? Sie *weiß* es eben nicht.
Sie beschließt ins Krankenhaus zu gehen, vielleicht konnten die Ärzte ihr sagen was mit ihr los ist.
Zum Glück erkennt sie eine Krankenschwester als „Jane Witthaker“ wieder und sie können ihren Mann verständigen. Der Mann der ihr dann vorgestellt wird, Michael Witthaker ein anerkannter Kinderchirurg, scheint sich aufopfernd um seine kranke Frau (mit der er schon 11 Jahre verheiratet ist) zu kümmern. Jane allerdings hat von Anfang an eine eher ablehnende Haltung ihm gegenüber.
Und wo ist nur Emily, ihre kleine Tochter an die sie sich nicht mehr erinnern kann?
Die Tabletten die Michael ihr gibt sollen ihr helfen sich wieder an alles zu erinnern, aber warum fühlt sie sich danach immer so müde und depressiv?
Und auch Paula das Hausmädchen benimmt sich seltsam…

___Fortsetzung des Kurzinhaltes mit möglichen Spoiler___

Ihre Krankheit wird als „hysterische Amnesie“ bezeichnet. Etwas Vorübergehendes. Doch Jane erinnert sich nur sehr schleppend. Ihre Träume sind wie Türen, die sie immer etwas weiter bringen. Ihr Unterbewusstsein versucht sie wieder in ihr altes Leben zurückzuführen.
Michael wird in den höchsten Tönen verehrt, da er ein sehr guter Kinderchirurg ist. Er ist der liebevolle Ehemann, jemand den man nie eine schlimme Tat zutrauen könnte. Jane misstraut ihm, doch er findet immer die passenden Erklärungen auf ihre Anschuldigungen.
Woher kommt die Narbe an seinem Kopf? Natürlich, ein Kind warf ja ein Spielflugzeug in seine Richtung.
Warum darf Jane ihre Freunde und ihre Tochter nicht sehen? Warum erzählt Michael ihnen, sie sei bei ihrem Bruder? Auch der Polizei sagte er, er hätte geglaubt sie sei zu ihren Bruder gefahren. Aber ohne Pass? Ohne alles?
Jane kann sich das alles nicht erklären und vermutet nun, dass Michael irgendetwas verbergen will. So ergreift Jane im wahrsten Sinne des Wortes die Flucht, flieht vor ihrer Haushälterin die sie gern auch als ihre Gefängniswärterin bezeichnet und will nun herausfinden was hier nicht stimmt.

Sie läuft zunächst in die Apotheke und möchte wissen was für Tabletten das sind, die Michael ihr immer gibt. Was sie herausfindet ist alles andere als schön…
So flüchtet sie in das Krankenhaus, wo sie damals behandelt wurde um mit ihrem Arzt zu reden, zu dem sie ein sehr gutes Verhältnis entwickelt hatte. Er bot ihr damals seine Hilfe an, wenn irgendetwas sein sollte. Unglücklicherweise ist dieser Arzt verreist und Jane versucht sich selbst zu helfen. In der Krankenhausbibliothek wird sie schließlich gefasst und Michael rückt endlich mit der „wahren“ Erklärung raus.

In Jane macht sich das schlechte Gewissen breit, denn wie konnte sie den Mann, der sich so um sie sorgt nur misstrauen? Alles was er ihr erklärt scheint für sie einleuchtend zu sein. Er wollte sie nur vor allem schützen, doch er packte die ganze Sache irgendwie falsch an.
Da war z. B. der Tod von Janes Mutter. Sie starb bei einem Autounfall. Jane gab sich die Schuld und wurde nie damit fertig. Michael erzählt ihr wie es wirklich war, denn Jane(!) ist gefahren und hat ihre Tochter tragischerweise mit in den Tod gerissen. Das erklärt natürlich alles, warum Michael es nie zuließ dass Jane Emily sieht z. B.
Warum darf sie ihre Freunde aber nicht sehen? Michael wollte nur vermeiden, dass sie Jane „so“ sehen. Doch nach dem Vorfall im Krankenhaus hat er es schließlich erlaubt.
Von da an, überlässt sich Jane ganz Michaels Obhut und lässt die Tabletten und Spritzen zu, sie will jetzt nämlich nur noch sterben. Sie hat ihre Tochter getötet. Sie ist schuld.

Wirklich? Also bitte!!!!

___Meinung und Kritik___

Wie es weiter geht kann ich nicht verraten. Dieses Lügenrätsel überlasse ich euch! 😉
Meine Meinung zu dem Buch besteht eigentlich nur aus ein Wort: „SPANNEND!!!“
Aber ich werde etwas ausführlicher sein:

Joy Fielding hat mit diesen Buch, wirklich eine tolle Geschichte erfunden. Leider ahnte ich schon sehr früh worum es ging (war dann leicht enttäuscht als es tatsächlich so war), aber beim Lesen werden diese Vermutungen immer verworfen. Die Autorin spielt mit dem Leser auf einer sehr unterschwellige Art und das wirklich gut.
Sie weiß wie man Kapitel beendet, um dann schnell das nächste zu beginnen – es endet meist mit einem Cliffhanger. Macht man dann also eine Pause wenn das Kapitel zu Ende ist? Nein, weil Joy Fielding dies kaum zulässt.
Sie schreibt wirklich „leicht“, so dass jeder dieses Buch lesen kann. Sie benutzt keine Fremdwörter die man nicht aussprechen könnte, es liest sich ganz leicht weg, Seite um Seite.
Oft ist sie in den Gedanken ihrer Hauptfigur, dann spricht sie wieder über sie. So schafft Joy Fielding es, dass man „denkt“ wie Jane, dass man Jane IST, aber dann wieder einen Abstand gewinnen kann, wenn die Autorin sie oberflächlich betrachtet……Nun, leider ist dies auch das einzige gute Buch von Joy Fielding, welches sogar verfilmt wurde.

Mich hat die Art von Michael ehrlich gesagt leicht – um es freundlich auszudrücken – genervt! Ich fand das alles zu „unwirklich“ wie liebevoll er doch war. Ich habe ihn ebenfalls misstraut und das zu Recht.
Liest man das Buch fühlt man sich wie in einem „Psychothriller“. Die Haushälterin Paula die wirklich überall lauert und Jane das Leben zur Hölle macht… Carole die Nachbarin und angeblich gute Freundin von Jane, die aber ebenfalls auf Michaels Seite steht.

Die einzigen Figuren die man am liebsten festhalten will sind Daniel (Caroles Ex der sie verlassen hat) und Sarah und Peter, zwei richtig enge Freunde von Jane (Sarah ahnt die ganze Zeit das etwas nicht stimmt…)!
Paula wünscht man sich sonst wohin und bei Michael hofft man immer, er würde bei der Arbeit sein und bloß nicht nach Hause kommen, um Jane bei irgendwas zu erwischen. Und natürlich Janes Vertrauensarzt Dr. Meloff!

Die ganze Zeit fragt man sich: Wo ist Emily? Eingeäschert? Nun.. 😉
Und Michaels Eltern, Doris Witthaker die genauso einen weg hat wie Michael…
Wirklich tolle unterschiedliche Figuren! Sehr abwechslungsreich und nur zu empfehlen! Und das sagt jemand der mit Büchern sonst nie viel zu tun hatte. Mittlerweile hat sich dies aber sehr geändert. Hi Mom, ich trete in deine Fußstapfen!

Kategorien:Bücher